Kindheit
摘要
In Friederike Mayröckers Schreiben spielt ihre eigene Kindheit eine zentrale Rolle, immer wieder nimmt sie Bezug auf Jahre im Weinviertler Deinzendorf, denen sie eine dauerhaft nachwirkende und zugleich immer wieder wie von Neuem ihre Empfindungen organisierende Kraft zugesteht. Sie schreibt aus einer Position des sich fortwährend aus der Kindheit regenerierenden Subjekts, was sich an einer Reihe von Merkmalen ihres Schreibens überprüfen lässt, die das Werk durchziehen. Dazu gehört der wie auf ‚schwebend‘, vorläufig und unfertig gestimmte Ton der Wahrnehmung und eine Art von Weltferne, die das Programm des Kindes ist, das sich entzieht, während es sich selbst belauscht. Die Gesprächspartner in dieser kindheitlichen, ewigen Mädchenwelt sind Wesen, die nicht zum menschlichen Feld gehören; Bäume und Blumen vollenden in Mayröckers Texten die Fixierung auf eine merkwürdige Juvenilität, ein ewiges Mädchen-Sein.