Dinge
摘要
Der Stellenwert der Dinge für Mayröckers Poetik wird nicht nur in ihrem Werk, sondern auch durch die medialen Inszenierungen der Materialfülle ihrer Werkstatt exponiert, mit denen Mayröcker die Dekonstruktion des bürgerlichen Dichterverständnisses betreibt. In Rekurs auf Konventionen dingbezogener literarischer und bildkünstlerischen Genres, wie der Zimmerreise oder des Stilllebens, präsentieren Mayröckers Texte selbst ein heterogenes Ensemble an Dingen, die in ihrem Status zwischen Natur- und Zeichenhaftigkeit, Objekt- und Subjekthaftigkeit ausgelotet werden. Neben der augenfälligen Präsenz von Dingen im Text ist es die Dinglichkeit des Textes selbst, die – durch Verfahren, die dessen materielle und sinnlich wahrnehmbare Gestalt akzentuieren – in Mayröckers Werk besondere Kontur gewinnt. An den diversen beschrifteten Dingen, die sich im Nachlass-Archiv befinden, tritt die Bedeutung der Materialität für die poetische Produktion sowie deren dingliche Qualität besonders plastisch zutage.