Blumen/Pflanzen
摘要
Blumen und Pflanzen durchziehen Mayröckers Gesamtwerk. Sie sind mit Mayröckers intertextuellen, intermedialen und tropologischen Verfahren verbunden und drücken sprachtheoretische, poetologische und ethische Dimensionen ihres Schreibens aus. Wie verwoben Blumen und Pflanzen mit Mayröckers Schreiben sind, verdeutlich auch der autobiographische und literarische Erinnerungsort ihrer Deinzendorfer Kindersommer. Mayröcker entwickelt eine Vielfalt an Zugängen zum Vegetabilen: von den frühen Gedichten in Tod durch Musen. Poetische Texte über den poetischen Dialog durch die Blumen und Pflanzen mit Friedrich Hölderlin in Scardanelli bis hin zu ihrem floralen Spätwerk, in dem sie in Auseinandersetzung mit Jacques Derridas Glas ein wahrliches Blumenarchiv erschreibt. In ihrer späten und ‚zarten Prosa‘ verwebt sie literarisches und botanisches Wissen zu einer affektiven Wahrnehmungs- und Erinnerungskunst, in der sich sinnliche und ästhetische Erfahrungen, Gefühle und psychische Zustände durch Blumen und Pflanzen ausdrücken.