Alter
摘要
Das Alter(n) spielt in Bezug auf Mayröcker in zweifacher Weise eine zentrale Rolle: als Motiv erstens ihrer Texte, die in ihrer Autofiktionalität stets mit dem Körper der Autorin verbunden sind, und zweitens einer Autorschaftsinszenierung, die auf das Bild einer zeitlosen, der Welt entrückten oder entzogenen, körperlosen Existenz hinausläuft. Der Beitrag reflektiert zunächst die Problematik in der Festlegung Mayröckers auf ein Alterswerk und analysiert anschließend Alter als Motiv ihrer Texte wie ihrer Autorschaftsinszenierung. Die Beschreibungen des alternden (weiblichen) Körpers sind eng verbunden mit der Motivik des ‚inneren Sehens‘ und dem körperlichen Schmerz der Figuren. Mayröckers Interviewäußerungen, in denen sie die Möglichkeiten eines möglichst langen Lebens bedenkt, erscheinen zum einen als experimenteller Versuch, Zeitlichkeit und Chronologie außer Kraft zu setzen, zum anderen aber als Teil einer Inszenierung zwischen Selbstübersteigerung und Selbstnegierung.