Performativität
摘要
Die Texte Mayröckers, deren Schreibanfänge mit der ‚performativen Wende‘ (Fischer-Lichte) zusammenfallen, die sich in den 1950er- und 1960er-Jahren vollzieht, sind durch eine augenfällige ‚Ästhetik des Performativen‘ geprägt. Mit Blick auf den rituellen Sprechakt sowie die Körper- und Aktionskunst lässt sich das Performative bei Mayröcker als Phänomen verstehen, das nicht auf die Ebene der Form beschränkt bleibt, sondern auch zentrale semantische, metapoetische und poetologische Aspekte ihres Werkes mitbedingt – sich nachgerade als dessen Signum erweist. Bei Mayröckers Operationalisierung von Aspekten des Performativen wird sowohl das weltschöpferische Potential der Sprache als auch die Materialität und Körperlichkeit des Zeichengeschehens verhandelt. Dem selbstreflexiven Gestus ihres Werkes entsprechend, wird dessen Performativität darüber hinaus auch metapoetisch herausgestellt – durch Tropen, die sich als symbolsprachliche Annäherungen an das Phänomen des Performativen erweisen.