Wiener Gruppe
摘要
Das Werk Friederike Mayröckers wird manchmal in verschiedene Phasen eingeteilt: die erlebnishafte Lyrik und Prosa der Frühzeit (ab 1939/1945) über eine ‚experimentelle‘ Phase hin zu einer autobiographisch oder autofiktional grundierten Überführung von Leben in Schreiben (und vice versa). Vor allem in der experimentellen Phase sei ihr Werk und ihre Poetologie mit den Intentionen und Arbeiten der Wiener Gruppe, der bedeutsamsten (Neo-)Avantgardeformation des deutschen Sprachraums, vergleichbar. Dieser Artikel versucht, das Verhältnis soziobiographisch und anhand ausgewählter Werke dieser Zeit nachzuzeichnen. Der Fokus gilt Texten aus ihrem 1964 veröffentlichten Lyrikband metaphorisch, der in der von Max Bense und Elisabeth Walther herausgegebenen Reihe „rot text“ erschienen ist sowie ihren bislang kaum behandelten Dialektgedichten. Aus deren Analyse gehen fundamentale Unterschiede zur Poetik der Wiener Gruppe hervor.