Der Tod und das Mädchen (1985)
摘要
Mayröckers Hörspiel Der Tod und das Mädchen greift den seit dem Mittelalter überlieferten Topos von ‚Liebe und Tod‘ auf, um ihn mit subjektiven Momenten zu belegen. Paradigmatisch für die Aktivierung des Rezeptionskontextes ist die Bezugnahme auf das Gedicht Der Tod und das Mädchen von Matthias Claudius und das gleichnamige Streichquartett von Franz Schubert. In der akustischen Realisierung des Manuskripts werden Sprechstimmen und Musik miteinander verflochten. Die Intermedialität von musikalischem und literarischem Text ist konstitutiv für die poetischen Verfahrensweisen des Schrifttexts und seiner stimmlich-akustischen Transformation und manifestiert sich in der Gesamtanlage der inhaltlichen und formalen Organisation des Hörspiels. Es entsteht ein hochemotives Klanggebilde, das die Grenzen zwischen Sprache und Musik verschwimmen lässt.