da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete (2020)
摘要
Der Band da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete (2020) konstituiert sich als eine Assemblage loser Notizen. Die Auflösung des Textes ist ins Extreme getrieben, die Aufzeichnungen werden kürzelhaft präsentiert und fasern sich in kleinste Sinneinheiten aus, die nach dem Prinzip des Collagierens verwoben werden. Mayröcker knüpft an den in den Textmontagen der Dadaisten und der Wiener Gruppe erprobten Umgang mit Sprache an, indem sie deren Materialität, Sinnlichkeit und Körperlichkeit exponiert, und erweitert ihre Collagen um Bewusstseinsinhalte und Bildreminiszenzen. Die Notizen rekurrieren auf die cut-ups surrealistischer Kunstwerke, die das Biomorphe mit dem Anthropomorphen zusammendrängen, womit der bildenden Kunst ein queeres Potential abgewonnen wird. Indem sie eine unheimliche, von Konfusion, Transgression und Überlagerung durchdrungene Nähe von wildem Tier und Mensch behaupten, schließen sie an den in der amerikanischen Tradition des nature writing virulenten Diskurs der Wildnis an.