fleurs (2016)
摘要
In fleurs (2016), dem letzten Band ihrer Trilogie, entfaltet Mayröcker eine ekstatische ‚Sprache der Blumen‘. Blumen werden zu Elementen der Liebeskommunikation, womit sich fleurs im Bezugsfeld der Floriographie verorten lässt. Dabei wird ein literarischer, intermedialer und diskursiver Echoraum für ein Blüten-Lesen eröffnet, das Blumen auf die ihnen zugeschriebenen Bedeutungen befragt. Wichtigster Referenztext ist hierbei Glas (frz. 1974, dt. 2006) von Derrida, mit dessen Begriff der Dissemination der Kern von Mayröckers Blumensprache benannt werden kann, die von einer nicht still zu stellenden Dynamik der Bedeutungsstreuung befallen ist. Botanische Strukturen und Prozesse werden damit in eine poetische Praxis umgedeutet und markieren eine poetologische Reflexion. So steht das Motiv des Ästchens für einen über die Ordnungen der Schrift hinausweisenden ekstatischen Schreibstrom, der über Genets Blumenwerk sowie intermediale Bezüge zur bildenden Kunst und Musik vermittelt ist.