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Die kommunizierenden Gefäße (2003)

  • Fatima Naqvi

摘要

Friederike Mayröckers schmaler Band mit seinen eingestreuten Zeichnungen Die kommunizierenden Gefäße (2003) kann als Schlüssel zu ihrer mittleren und späten Schaffensphase dienen. Darin entwirft sie eine für diese Periode typische ‚arm-selige‘ Poetologie, die sich der melancholischen Wiederholung verschreibt. Die Grenzen zwischen Traum und Wachsein, Tod und Leben, Inner- und Äußerlichkeit lösen sich zugunsten eines ausbalancierenden Fließens auf. Dieses erlaubt die Abkehr von der im Text thematisierten Melancholie; Ichverlust und -verarmung im Haften am Vergangenen werden als Conditio sine qua non fürs Dichten umgewertet. Der Wiederholungszwang innerhalb der Melancholie wird seiner negativen Konnotation entledigt und als ‚obsessionelles Looping‘ umdefiniert, das eine Überlagerung und Übersetzung divergierender Lebensbereiche erlaubt. Die Übersetzbarkeit von Materie in Sprache, von prosaischer Erfahrung in Poesie, wird durch die Zeichnungen in der bibliophilen Ausgabe unterstrichen.