brütt oder Die seufzenden Gärten (1998)
摘要
Brütt oder Die seufzenden Gärten ist ein autofiktionales Spiel. Vorderhand erzählt es von einer unerfüllt bleibenden, aber dennoch verjüngenden letzten Liebe – unter der Hand ist es eine selbstbewusste Positionierung einer zwar biologisch nicht mehr jungen, aber poetisch kühnen und experimentierfreudigen Autorin, die sich der auch emotional bewegenden Eigendynamik ihrer poetischen Rede verschrieben hat. Das titelgebende „brütt“ zitiert die Art brut, die ‚verfemte‘ Kunst der sogenannten Verrückten, denen sich das schreibende Ich nahe fühlt. In einer intensiven Auseinandersetzung mit Werken der Bildenden Kunst – u. a. von Picasso und Francis Bacon – entwirft das Ich performativ und selbstreflexiv seine individuelle Auffassung von Kunst, welche keine Grenzen zwischen sprachlicher und bildlicher Darstellung mehr gelten lässt und als Fortschreibung der romantischen Universalpoesie in der Gegenwart verstanden werden kann.