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Stilleben (1991)

  • Alexandra Strohmaier

摘要

Stilleben (1991) ist durch ein augenfälliges Schriftbild gekennzeichnet, das sich als ikonische Annäherung an die mit dem Titel aufgerufene Bildkunst lesen lässt. Der Text referiert auf den Prosaband mein Herz mein Zimmer mein Name (1988), als dessen Autorin sich das Ich in einem selbstironischen Spiel mit Autofiktion inszeniert. Neben Samuel Beckett, der als zentrale literarische Bezugsfigur fungiert, kommt den Collagenromanen Max Ernsts eine exponierte Stellung zu. Die ostentative Präsenz von Prätexten, die als Effekt einer für das Schreiben konstitutiven Lektüre erscheint, wird nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als Bedingung literarischer Originalität ausgewiesen. Der schriftbildlichen Imitation des im Titel genannten kunsthistorischen Genres entspricht auf der Ebene der Verfahren das Prinzip der Collage. Im Kontrast zur Stillstellung der Objekte in der Bildkunst erfahren die Dinge im Text aber eine Dynamisierung, die natura morta wird in ein ‚stilles Leben‘ transformiert.