Fast ein Frühling des Markus M. (1976)
摘要
Bei Fast ein Frühling des Markus M. (1976) handelt es sich um das zweite Buch Friederike Mayröckers, das im Suhrkamp Verlag erschien. Die 15 Kapitel sind alternierend den Figuren Markus und Hilda zugeordnet, auf sie folgen Briefentwürfe Hildas an Ekke Hagen. In diesem bisher wenig rezipierten Prosatext wird eine Liebesbeziehung in verschiedenen (Auflösungs-)Stadien aus unterschiedlichen Perspektiven lesbar, ohne dass eine eindeutige Handlung in linearer Abfolge gegeben ist. Während die erwähnten Ortsnamen darauf hindeuten, dass das Geschehen der äußeren Vorgänge in Westberlin verortet werden kann, so wird der zeitliche Rahmen nur durch die Abfolge der Jahreszeiten und die Nennung einzelner Monatsnamen abgesteckt. Der Liebesdiskurs drückt sich hier vor allem in der Einsicht in die Fragilität der Liebe aus und verknüpft sich dabei einerseits mit dem Wissen um die Vergänglichkeit des eigenen Daseins, andererseits mit der Einsicht der prinzipiellen Unerkennbarkeit des geliebten Menschen. Die im Text zu Wort kommenden durcheinandertönenden Stimmen führen zu einer inhaltlichen wie formalen Polyphonie.