Wir haben bereits auf einige schriftliche Zeugnisse hingewiesen, die in der Diskussion um den Schluss der Kunst der Fuge von Bedeutung sind. Die der Erstauflage vorangestellte »Nachricht« der Herausgeber (1751) und der Nekrolog (1754) treffen Aussagen zur Entstehung der Fuge BWV 1080/19 und des Choralvorspiels, das den Druck beschließt, und berichten weiter davon, wie es zur Aufnahme dieser Kompositionen in den Druck kam. Außerdem schrieb Carl Philipp Emanuel Bach ein Notabene auf das fünfte Blatt des Autographs der Fuge BWV 1080/19, indem er anmerkte, dass der Verfasser (Bach) über dieser Fuge gestorben sei. Da die Urheber der »Nachricht« und des Nekrologs entweder zum unmittelbaren Umfeld Bachs in Leipzig oder zur Familie beziehungsweise zum Freundeskreis gehörten, hat man diesen Texten lange Zeit Vertrauen geschenkt; sie waren die Basis der Überlegungen zum Schluss der Kunst der Fuge. Auch nachdem einige der behaupteten oder angedeuteten Geschehnisse widerlegt waren, haben sie auf unterschiedliche Weise die Diskurse bestimmt, wobei man den Verfassern Irrtümer1 oder auch bewusstes Kreieren von Legenden2 unterstellte.

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Zur Glaubhaftigkeit der »Nachricht« und des Nekrologs

  • Meinolf Brüser

摘要

Wir haben bereits auf einige schriftliche Zeugnisse hingewiesen, die in der Diskussion um den Schluss der Kunst der Fuge von Bedeutung sind. Die der Erstauflage vorangestellte »Nachricht« der Herausgeber (1751) und der Nekrolog (1754) treffen Aussagen zur Entstehung der Fuge BWV 1080/19 und des Choralvorspiels, das den Druck beschließt, und berichten weiter davon, wie es zur Aufnahme dieser Kompositionen in den Druck kam. Außerdem schrieb Carl Philipp Emanuel Bach ein Notabene auf das fünfte Blatt des Autographs der Fuge BWV 1080/19, indem er anmerkte, dass der Verfasser (Bach) über dieser Fuge gestorben sei. Da die Urheber der »Nachricht« und des Nekrologs entweder zum unmittelbaren Umfeld Bachs in Leipzig oder zur Familie beziehungsweise zum Freundeskreis gehörten, hat man diesen Texten lange Zeit Vertrauen geschenkt; sie waren die Basis der Überlegungen zum Schluss der Kunst der Fuge. Auch nachdem einige der behaupteten oder angedeuteten Geschehnisse widerlegt waren, haben sie auf unterschiedliche Weise die Diskurse bestimmt, wobei man den Verfassern Irrtümer1 oder auch bewusstes Kreieren von Legenden2 unterstellte.