Nietzsche – Die große Gesundheit
摘要
Die Vokabel von der «grossen Gesundheit» findet sich in Nietzsches Schrift Die fröhliche Wissenschaft und gehört zu einer Gruppe von analogen Redeweisen Friedrich Nietzsches wie seine Wortprägungen «grosser Ernst» oder «grosse Politik». Es sind Vokabeln, die auf sein Werk verstreut sind, die aber allesamt aus dem jeweiligen Kontext zu verstehen sind, für den Nietzsches wohl berühmtestes Werk – die Schrift Also sprach Zarathustra – den Basistext bildet. So jedenfalls urteilt Giesz schon in seiner frühen Monographie Existenzialismus und Wille zur Macht aus dem Jahre 1950, von der ausgehend er das gesamte Werk Nietzsches interpretiert. Diese Metaphern sind Wortprägungen, die zum Vokabular einer «Philosophie der Zukunft» gehören, die Nietzsche ankündigt und für die der Zarathustra – so die Vermutung – ein erster Entwurf ist. Der Zarathustra handelt von Schicksal und Lehre eines weisen Solitärs, der als Kandidat steht für die Möglichkeit, mit der Figur des «Übermenschen» gemeint zu sein. Dieser Begriff gehört – neben dem vom «Willen zur Macht» – zu den am meisten missverstandenen und missbrauchten Worten Nietzsches. Der «Übermensch» ist – so die Deutungstendenz von Giesz – ein Typos, der sich durch die Kraft und Fähigkeit auszeichnet, den Ballast der überkommenen Normen, Werte, Dogmen und Traditionen «über»-wunden zu haben. Er ist eine Figur, die auf die gehörige Kraft ihres Willens verfügt, um im entscheidenden Kampf gegen die Macht der Vergangenheit zu obsiegen: das ist der Sinn der Rede vom «Willen zur Macht».