Das Glück ist ein schwierig Ding – Bemerkungen zum Fall Schopenhauer
摘要
Als Philosoph des Glücks ist Schopenhauer weniger bekannt als durch sein berühmtes voluminöses Werk Die Welt als Wille und Vorstellung. Doch wenn man beachtet, dass er sich in diesem Werk bereits mit dem Titel als bekennender – obschon auch kritischer - Kantianer erweist, wird der Zusammenhang beider Themen plausibel: Kant hat Begriffe als Vorstellungen verstanden, d.h. durch Begriffe erschließt sich uns die Welt, indem sie uns die Wirklichkeit vorstellbar machen. Nur – so der Umkehrschluss – was wir uns durch Begriffe – bei Kant sind dies die «reinen Verstandesbegriffe» oder «Kategorien» – «vorstellen» können, ist wirklich. Auf diese Welt bezieht sich ebenso unser Wille: Der Wille ist der Initiator für das Praktisch-werden der menschlichen Vernunft. Das Gelingen einer solchen Aktivierung der Vernunft ist eine Fügung, die Glück heißt. Da sich dieses Gelingen weder stets garantiert ist, sondern durch ein Misslingen gleichsam ‹verdrängt› werden kann, ist die Fügung gleichsam ‹Glückssache›: Das macht die Schwierigkeit des Glücks aus.