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Genetische Grundlagen des Farbensehens

  • Christa Neumeyer

摘要

Bei etwa 10 % der (männlichen) Bevölkerung treten z. T. beträchtliche Abweichungen des Farbensehens auf, die erblich sind. Die sog. Anopien (Rot/Grünblindheit) äußern sich darin, dass die Farben Grün und Rot kaum unterscheidbar sind. Sie treten auf, wenn einer der drei Zapfentypen (M- oder L-) fehlt. Das Farbensehen ist in diesem Fall dichromatisch. Die sog. Anomalien dagegen sind Abweichungen des trichromatischen Farbensehens. Die Vererbung ist geschlechtsgebunden, die betroffenen Gene liegen auf dem X-Chromosom. Das Farbensehen kann direkt auf die drei Gene zurückgeführt werden, die für das Opsin des Sehpigments Rhodopsin in den Zapfen codieren. Die Aminosäuresequenzen dieser Eiweißmoleküle sind seit 1986 bekannt. Der Vergleich der Sequenzen der Opsine für Stäbchen und die drei Zapfenarten gibt Einblick in das Alter und die Entwicklung der betreffenden Gene. Auch die Aminosäuresequenzen der Opsin-Gene vieler Tierarten sind bekannt. Die Stammbäume, die auf dem Vergleich dieser Sequenzen beruhen, geben Hinweise auf die Evolution des Farbensehens insgesamt.