Das Farbensehen der Tiere
摘要
Analog zu den psychophysischen Experimenten, mit denen das Farbensehen des Menschen untersucht wird, lässt sich das Farbensehen der Tiere mit verhaltensphysiologischen Experimenten nachweisen und genauer analysieren. Das Dressurexperiment mit Futtergabe, das von Karl von Frisch 1913 entwickelt wurde, ist besonders geeignet. Manche Tierarten, wie Honigbienen und Goldfische lassen sich leicht dressieren und deshalb ist ihr Farbensehen so gut untersucht, dass der Vergleich mit dem Farbensehen des Menschen möglich ist. Im Gegensatz zum Menschen ist das Farbensehen vieler Fische, Amphibien, Reptilien und Vögel tetrachromatisch, d. h. es beruht auf vier Zapfentypen, wobei der vierte Zapfentyp ein UV-Rezeptor ist. Manche Vögel, wie Tauben und Hühner besitzen mithilfe ihrer Öltröpfchen sogar einen fünften Zapfentyp, ihr Farbensehen ist pentachromatisch. Das Farbensehen der meisten Säugetiere dagegen (mit Ausnahme der Primaten) beruht auf nur zwei Zapfentypen. Marine Säuger haben sogar nur einen funktionierenden Zapfentyp, können aber mithilfe ihrer Stäbchen Farben sehen. Offenbar wirkt ein starker Selektionsdruck auf die Entwicklung eines Farbensehens – „farbenblinde“ (höhere) Tiere scheint es nicht zu geben.