Epidemiologie
摘要
Dieses Kapitel legt den Fokus auf die epidemiologische Bedeutung periimplantärer und -prothetischer Frakturen sowie assoziierter Komplikationen. Die aktuelle Demografie führt infolge einer verlängerten Lebenserwartung unter Erhalt körperlicher Aktivität konsekutiv zu einer erhöhten Inzidenz dieser Verletzungen. Prinzipiell kann jede anatomische Region mit Bezug zu einem Implantat bzw. einer Gelenkendoprothese betroffen sein. Die aussagekräftigsten epidemiologischen Daten liegen für Frakturen des Femurs vor. Obwohl die exakte Epidemiologie dieser Verletzungen nicht bekannt ist, muss von einer erheblichen Untererfassung ausgegangen werden. Periprothetische Frakturen, die ohne Komponentenwechsel osteosynthetisch versorgt wurden, werden in einigen Registern nicht als Revisionseingriff erfasst. Dennoch stellen diese Frakturen bei Männern und Frauen ab 75 Jahren im mittelfristigen Verlauf den häufigsten Grund für einen Folgeeingriff nach primärem Hüftgelenksersatz bei Coxarthrose dar. Bei endoprothetisch versorgten Schenkelhalsfrakturen überwiegen im kurzfristigen Verlauf Luxationen und periprothetische Infektionen, im mittel- und langfristigen Verlauf sind periprothetische Frakturen jedoch erneut der häufigste Revisionsgrund. Interprothetische Femur- und Humerusfrakturen stellen biologisch und mechanisch eine besondere Entität dar.