Die germanischen Sprachen auf ihren Altstufen – etwa in der Chiliade zwischen dem Jahr 200 und dem Jahr 1200 – stehen einander noch so nahe, dass es die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts überwiegend für richtig befunden hat, sie mit dem Ausdruck „altgermanische Dialekte“ zu bezeichnen. Dennoch besitzen sie eine jeweils so stark ausgeprägte Individualität und Identität, dass man sie bei der Lektüre auch nur weniger zusammenhängender Worte zumeist sicher identifizieren kann. Gotische Sprachdenkmäler sind seit der Humanistenzeit als solche bestimmt worden, obwohl sie keinen ausdrücklichen Hinweis auf ihren Sprachcharakter enthalten und auch von ihrer geographischen Streuung her gesehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit einstigen Wohngebieten der Goten stehen: Die Silberbibel von Uppsala ist aus Norddeutschland aus dem Kloster Werden bei Essen über Prag nach Schweden gelangt, ein anderes gotisches Sprachdenkmal (Codex Gissensis) wurde in Ägypten entdeckt.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Die Ausprägung der linguistischen Physiognomie des Englischen anno 400 bis anno 600 n. Chr.

  • Katsiaryna Ackermann,
  • Joachim Matzinger

摘要

Die germanischen Sprachen auf ihren Altstufen – etwa in der Chiliade zwischen dem Jahr 200 und dem Jahr 1200 – stehen einander noch so nahe, dass es die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts überwiegend für richtig befunden hat, sie mit dem Ausdruck „altgermanische Dialekte“ zu bezeichnen. Dennoch besitzen sie eine jeweils so stark ausgeprägte Individualität und Identität, dass man sie bei der Lektüre auch nur weniger zusammenhängender Worte zumeist sicher identifizieren kann. Gotische Sprachdenkmäler sind seit der Humanistenzeit als solche bestimmt worden, obwohl sie keinen ausdrücklichen Hinweis auf ihren Sprachcharakter enthalten und auch von ihrer geographischen Streuung her gesehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit einstigen Wohngebieten der Goten stehen: Die Silberbibel von Uppsala ist aus Norddeutschland aus dem Kloster Werden bei Essen über Prag nach Schweden gelangt, ein anderes gotisches Sprachdenkmal (Codex Gissensis) wurde in Ägypten entdeckt.