Einzelanalysen
摘要
Im exemplarischen Teil dieser Studie untersuche ich drei deutschsprachige Erzähltexte der Gegenwart, in denen eine direkte Konfrontation mit dem eigenen Tod entweder den Erzählauslöser oder die vorherrschende Thematik darstellt. In der Analyse von Arbeit und Struktur (2013) von Wolfgang Herrndorf (Kap. 5, Abschn. 1) erhebe ich Einwände gegen die in germanistischen Forschungsbeiträgen konstatierte Fiktionalisierung des Textes und plädiere für ein pragmatisches Text- und Fiktionsverständnis und dafür, den Text partizipativ-intuitiv zu lesen. Das zweite Textbeispiel, Tage wie Hunde (2019) von Ruth Schweikert, untersuche ich im Hinblick auf entindividualisierte Erzählstrategien. In Schweikerts autobiographischer Erzählung werden sowohl Subjektives und Kollektives als auch Faktualität und Fiktionalität hybridisiert (Kap. 5, Abschn. 2), wobei beiden Hybridisierungsformen eine Bewältigungsfunktion in der Konfrontation mit der schweren Brustkrebserkrankung der Autorin zukommt. Der anschließend untersuchte Roman Robinsons blaues Haus (2012) von Ernst Augustin (Kap. 5, Abschn. 3) ist eine fiktionale Erzählung, in der über autobiographische und autopoetologische Erzählelemente ein Verhältnis zum Tod dargestellt und dieser Umgang auch einer impliziten Leser:in anempfohlen wird. Meine drei Hauptbeispiele eint, dass in diesen fiktionale und faktuale Elemente hybridisiert werden, deren Unterschiedlichkeit ich kontrastiv herausarbeite.