Aristoteles
摘要
Aristoteles definiert Wahrheit als Übereinstimmung des Gedankens mit der Realität. Er unterscheidet zwischen der ersten Philosophie (Metaphysik), die sich mit den grundlegenden Prinzipien des Seins befasst, und der zweiten Philosophie (Physik), die sich mit der konkreten Natur der Dinge auseinandersetzt. Metaphysik zielt daher darauf ab, die Wirklichkeit mit Hilfe allgemeingültiger logischer Prinzipien wie dem Satz vom Widerspruch und der Substanzlehre zu bestimmen. Dabei betrachtet er Substanz (ousia) als das Zugrundeliegende, das die Existenz von allem anderen ermöglicht. Für Aristoteles ist die ousia das, was einem Ding seine Identität verleiht und was unabhängig von anderen Dingen existiert. Dieses Konzept steht im Gegensatz zu den Platonischen Ideen, da Aristoteles die ousia nicht als abstrakte Idee, sondern als konkrete Realität betrachtet, die in den individuellen Dingen selbst existiert. Angesichts dessen diskutiert er, ob Wahrheit nur eine Eigenschaft von Verstandesprodukten ist oder ob sie unabhängig von unserem Denken existiert und argumentiert, dass Wahrheit primär im „So- Sein“ der Dingen selbst liegt, unabhängig von menschlichen Gedanken oder Aussagen. Dies führt zu zwei Hauptproblemen: 1. Wie kann etwas Allgemeines das bestimmende Wesensmerkmal des Konkreten und Wirklichen sein? 2. Ist der Unterschied von Substanz und Akzidenz ein Merkmal der Wirklichkeit oder unserer Sprache? Diese Fragen werden die späteren Diskussionen um die korrespondenztheoretische Wahrheitsauffassung bestimmen, da sie das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und unseren sprachlichen Möglichkeiten untersuchen. Ein zentrales Problem seiner Substanzlehre ist, wie das Allgemeine das Konkrete bestimmen kann, wobei er argumentiert, dass das Eidos (Form) den Einzeldingen immanent ist. Die analytische Philosophie bietet Alternativen zu Aristoteles’ Substanzbegriff, darunter Lockes Substratumtheorie, die Substanz als unerkennbaren Träger von Eigenschaften sieht, und die Bündeltheorie, die besagt, dass ein Ding nur die Summe seiner Eigenschaften ist. Diese Alternativen stoßen jedoch auf Probleme bei der Identität von Dingen mit identischen Eigenschaften, wie das Beispiel des „Schiffs des Theseus“ zeigt. Heidegger betont demgegenüber, dass Sein und Seiendes untrennbar sind und dass Sprache nur durch Verallgemeinerung funktioniert, was zu einem inneren Widerspruch führt, wenn das Konkrete und Individuelle erfasst werden soll. Aristoteles’ Wahrheitskonzept führt demnach erst zur Frage nach der Identität von Denken und Sein. Der Substanzbegriff und die Frage nach der Wahrheit erweisen sich vor diesem Hintergrund als eng miteinander verwoben, insofern beide Begriffe auf den Grund ALLER Dinge abzielen und zugleich die Existenz jedes Dinges als auf einer individuellen Substanz basierend konzeptualisieren, die es zu dem macht, was es ist. Aristoteles’ Substanzkonzept zeigt bereits, dass jedes Konzept von Wirklichkeit (dem wir Wahrheit zuschreiben wollen) das Ergebnis eines Urteilsprozesses ist, der auf der (nicht wirklich überprüfbaren) Annahme der Identität von Sein und Denken beruht.