Darstellung der einzelnen Abschnitte
摘要
Das Werk ist in 3 große Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt behandelt die Rolle der Wahrheitsfrage in der Entwicklungsgeschichte der Philosophie und zeigt, wie die Abkehr von dieser zunehmend zum Scheinproblem erklärten Frage zur „Anthropozentrierung“ und Zersplitterung der Ansätze philosophischen Fragens in der Gegenwartsphilosophie führt. Der zweite Abschnitt widmet sich der Entwicklung der Korrespondenztheorie der Wahrheit insbesondere bei Aristoteles, Thomas von Aquin und Kant. Der dritte Abschnitt widmet sich allen anderen Konzeptionen von Wahrheitstheorien, die sich zumeist als Gegenentwürfe zu den offensichtlichen Widersprüchlichkeiten der Korrespondenztheorie entwickelt haben und zeigt dabei, dass gerade dann implizite ontologische Grundannahmen als gegeben angenommen werden müssen. Darauf aufbauend wird das Konzept der Metadoxie eingeführt, welches auf jene vorbegrifflichen Elemente unseres begrifflichen Denkens verweist, verbunden mit der These, dass jedem Denken ein impliziter Anspruch auf eine Korrespondenz mit der Wirklichkeit innewohnt, es selbst aber nur metabegriffliche Strukturen hervorbringen kann, die sie zugleich ALS Wirklichkeit annehmen muss um überhaupt eine Vorstellung von Wahrheit entwickeln zu können. Je weniger wir uns dieser vorbegrifflich impliziten Grundannahmen bei der Bildung theoretischer Konstrukte zur Wirklichkeitsbeschreibung (bzw. -erklärung) bewusst sind oder je logisch unvollständiger sie sind, desto mehr verweisen wir auf sie durch das Gefühl der Gewissheit als Grund der Wahrheitsbehauptung selbst und müssen darauf verweisen. Gerade in dieser Konstruktion, die zugleich erst das begriffliche Denken erlaubt, entsteht jene Korrespondenz, von der wir zwangsläufig behaupten müssen, sie wäre die Korrespondenz zur Wirklichkeit. Unabhängig von der Begründbarkeit derselben ist diese vorbegriffliche Korrespondenzannahme daher zugleich Ausgangspunkt und Endpunkt jedes Erkenntnisversuchs begrifflichen Denkens.