Die ontologische Grundlage formaler Wahrheitstheorien
摘要
Das Kapitel behandelt die Grenzen von Tarskis Wahrheitskonzept und die Ansätze von Donald Davidson, diese zu erweitern. Tarski definiert Wahrheit formal für klare und unzweideutige Sätze in formalen Sprachen, was in der menschlichen Kommunikation oft nicht ausreicht. Davidson kritisiert diese formale Beschränkung und betont, dass Bedeutung und Wahrheit im Gebrauch der Sprache und in der kommunikativen Praxis der Sprecher verankert sind. Er schlägt vor, dass die Theorie der Bedeutung auch eine Theorie der Wahrheit sein muss, die unabhängig von der jeweiligen Sprache allgemeingültig ist. Davidson lehnt die Suche nach einer formalen Definition von Wahrheit ab und betont die Bedeutung der pragmatischen Anwendung und des Gebrauchs des Wahrheitsbegriffs. Abschließend wird argumentiert, dass keine formale Theorie eine abschließende Wahrheit liefern kann, sondern jede Theorie notwendigerweise unbeweisbare, aber möglicherweise wahre Sätze enthält. Die Gültigkeit formaler Systeme basiert somit nicht nur auf ihren Regeln, sondern auch auf einem impliziten Bezug zur Wirklichkeit. Eine Theorie der Wahrheit muss daher die Bedingungen aufzeigen, unter denen Sätze wahr sind, und die Beziehung zur Wirklichkeit berücksichtigen, ohne sich auf formale Definitionen zu beschränken.