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Sprachanalytische Wahrheitstheorien

  • Tino Schmidt,
  • Matthias Schmidt

摘要

Die Redundanztheorie behauptet, dass kein „Wahrheitsproblem“ existiert, sondern dass vermeintliche Wahrheitsprobleme auf sprachlicher Verwirrung beruhen. Frank P. Ramsey veranschaulicht dies, indem er erklärt, dass Sätze wie „Es ist wahr, dass Caesar ermordet wurde“ nicht mehr aussagen als „Caesar wurde ermordet“. Das Wort „wahr“ fügt dem Satz keine zusätzliche Information hinzu und dient höchstens zur Betonung oder stilistischen Zwecken. Diese Ansicht ist nicht neu und findet sich bereits bei Aristoteles, Thomas von Aquin und den Nominalisten des Spätmittelalters. Gottlob Frege äußerte sich 1892 ähnlich, indem er betonte, dass das Prädikat „wahr“ einer Aussage keine neue Information hinzufügt. Allerdings entsteht ein Problem, wenn das Wort „wahr“ in Sätzen wie „Alles, was der Papst sagt, ist wahr“ vorkommt. Hier lässt sich das Wort „wahr“ nicht ohne Bedeutungsverlust eliminieren, da es sich auf jede einzelne Aussage des Papstes bezieht und somit eine bestimmte Proposition beschreibt. Ramseys Lösungsansatz, solche Sätze umzuwandeln, ist nicht immer eindeutig und kann zu Interpretationsproblemen führen. Die prosententiale Theorie der Wahrheit versucht, diese Probleme zu umgehen, indem sie das Wort „wahr“ als Prosentenz und nicht als Prädikat betrachtet. Prosentenzen sind unselbständige Satzeinheiten, die sich auf vorhergehende Ausdrücke im Satz beziehen und sie wiederholen, ähnlich wie Pronomen. Diese Theorie sieht „wahr“ als ein Fragment einer Prosentenz, das keine eigenständige Eigenschaft beschreibt, sondern nur auf einen anderen Satzteil verweist. Die Disquotationstheorie der Wahrheit, vertreten von Philosophen wie Quine, besagt, dass „wahr“ als logischer Operator fungiert, der auf die metasprachliche Referenz eines Satzes hinweist. Das Wort „wahr“ ermöglicht es uns, Aussagen über Aussagen zu treffen und damit auf eine Metaebene der Sprache zu wechseln. Diese Funktion ist entscheidend für die Unterscheidung zwischen Aussage und Aussageinhalt und ermöglicht erst grundlegende Konzepte wie Möglichkeit, Falschheit und Bedingtheit.