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Kohärenztheorie

  • Tino Schmidt,
  • Matthias Schmidt

摘要

Die Kohärenztheorie der Wahrheit besagt, dass ein Satz dann wahr ist, wenn er sich widerspruchsfrei in ein kohärentes System von Aussagen einfügt. Dahingehend wird argumentiert, dass Kohärenz eigentlich eine Konsistenztheorie der Wahrheit ist, da ein System von Aussagen nur als wahr gelten kann, wenn es konsistent ist. Dies allein ist jedoch ebenfalls problematisch, da Widerspruchsfreiheit allein kein positives Kriterium für Wahrheit ist, sondern nur ein negatives. Wahrheit wird durch Konsistenz innerhalb eines Systems von Aussagen bestimmt, was bedeutet, dass die Wahrheit unabhängig von den konkreten Inhalten der Aussagen sein kann. Daher ist Wahrheit nicht einfach mit Widerspruchsfreiheit gleichzusetzen, obwohl ein System von widersprüchlichen Aussagen nicht als wahr gelten kann. In der Philosophie gibt es unterschiedliche Ansichten zur Kohärenztheorie. Einige Idealisten, wie Hegel, betrachten die Kohärenz der Gedanken als Substanz unserer Erkenntnis. Andere, wie Bradley, betonen, dass nicht die Kohärenz innerhalb eines Systems dessen Wahrheit begründet, sondern die Kohärenz gegenüber der externen Realität. Joachim und andere Kritiker der Korrespondenztheorie heben hervor, dass Wahrheitsansprüche oft auf mentalen Zuständen beruhen, die keine direkte Beziehung zur Realität haben. Rescher erweitert die Kohärenztheorie, indem er sie mit der Korrespondenztheorie verbindet und die „ideale Kohärenz“ betont, die eine Übereinstimmung der kognitiven Kohärenz unserer Theorien mit der ontologischen Kohärenz der Wirklichkeit anstrebt. Er argumentiert, dass wir die Wahrheit von Aussagen nur durch die Methode der Kohärenz bestimmen können, da sie unsere einzige verfügbare Methode zur Wahrheitsfindung ist. Insgesamt bleibt die Kohärenztheorie ein formales Wahrheitskriterium ohne konkreten Realitätsbezug, das auf der Annahme beruht, dass unsere kognitive Kohärenz idealerweise der ontologischen Kohärenz der Wirklichkeit entspricht.Kohärenz erweist sich daher nur dann als Kriterium der Wahrheit, wenn es zugleich als Ordnungskriterium der Struktur unseres Verstandes, als auch als Ordnungsstruktur der Wirklichkeit insgesamt vorausgesetzt wird.