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Thomas von Aquin

  • Tino Schmidt,
  • Matthias Schmidt

摘要

Thomas von Aquin verbindet Theologie und Philosophie, indem er die Vernunft zur Unterstützung der religiösen Dogmen heranzieht, was seinerzeit revolutionär war. Er integriert Aristoteles‘ Philosophie, die von der sinnlichen Erfahrung ausgeht, in die christliche Lehre, trotz der Bedrohung, die dies für den Glauben darstellte. Thomas von Aquin argumentierte gegen die Idee von zwei Wahrheiten (Glaube und Vernunft) und betonte, dass es nur eine göttliche Wahrheit gibt, die durch Vernunft und Offenbarung teilweise erfassbar ist. Für ihn ist das Wahre eine Seinsweise der Dinge, die sich unserem Verstand offenbart, und er formulierte einen korrespondenztheoretischen Wahrheitsbegriff. Thomas von Aquin betrachtete das Wahre als jenen Bestandteil des Seienden, der auf den menschlichen Verstand ausgerichtet ist. Diese Unterscheidung zwischen Wahrem und Wahrheit hebt hervor, dass es Teile des Seienden gibt, die unser Verstand möglicherweise nicht erfassen kann. Aristoteles und die Stoiker beeinflussten diese Sichtweise, wobei Tatsachen und Dinge als separate Entitäten betrachtet werden. Thomas von Aquin betonte, dass das Wahre in den Dingen liegt, während die Wahrheit eine Eigenschaft von Aussagen ist. Seine Ontologie und Erkenntnislehre betonen, dass die Dinge durch ihre Form und ihre Beziehung zum göttlichen Verstand für uns erkennbar sind. Thomas führte weiter aus, dass die Existenz Gottes notwendig ist, um die Kohärenz unserer Erkenntnis sicherzustellen, und dass Gott als das Maß aller Dinge fungiert. In der Transzendentalienlehre, die Thomas weiterentwickelte, wird das Seiende durch grundlegende Begriffe wie „Eines“, „Etwas“ und „Anderes“ beschrieben, die unseren Verstand formen. Trotz dieser komplexen philosophischen Argumentation bleibt die zentrale Annahme, dass die menschliche Vernunft und das Sein letztlich in Gott verankert sind. Das Kapitel diskutiert die Problematik und die Implikationen der Transzendentalienlehre. Diese führt zu einer doppelten Sackgasse: dem vermeintlichen Scheitern der Metaphysik und dem Aufstieg der Subjektphilosophie. Die Transzendentalienlehre versucht zu erklären, wie unser Verstand eine von ihm unabhängige Wirklichkeit erkennen kann, indem sie eine Verstandesbezüglichkeit in den Dingen annimmt. Dies führt jedoch zu einem möglichen Missverständnis, dass die Erkenntnisphilosophie und Ontologie wesensgleich sind, was die Metaphysik als empirielose Spekulation diskreditiert hat. Die Transzendentalienlehre fordert eine Bescheidenheit im Denken: Da wir nicht sicher wissen können, wie unser Denken mit der Realität korrespondiert, sollten wir uns auf die Untersuchung des Denkens selbst beschränken. Dies führt jedoch zu der Frage, ob wir dadurch etwas über die Wirklichkeit oder nur über unseren Verstand lernen. Nikolaus von Cues argumentierte, dass unser Verstand niemals das vollkommene Wesen des Seienden erfassen kann, sondern sich nur annähern kann. Er betonte die Unüberwindbarkeit des Unterschieds zwischen dem endlichen menschlichen Verstand und dem unendlichen Sein. Für ihn bleibt das Wesen des Unendlichen dem menschlichen Verstand verborgen, was uns auf die Begrenztheit unseres Verstandes hinweist. Wilhelm von Ockham hingegen sah Wahrheit als eine Eigenschaft von Sätzen und nicht als etwas in den Dingen selbst. Er betonte die Unabhängigkeit der Wahrheit von der sprachlichen Struktur und wies darauf hin, dass unsere Sprache nicht die Struktur der Welt wiedergibt, sondern nur in ihrem Gebrauch Bedeutung zeigt. Dies führte zu der Erkenntnis, dass die Wahrheit von Sachverhalten unabhängig von unserer Sprache und unseren Urteilen existiert. Letztlich betont das Kapitel, dass die Erkenntnisfähigkeit des Verstandes selbst untersucht werden muss, um zu verstehen, wie wir die Wirklichkeit erkennen können. Dies markiert einen Übergang von der Metaphysik zur Erkenntnistheorie, wie sie später von Kant und anderen Philosophen weiterentwickelt wurde.