Komplementärmedizin und ihre besondere Rolle bei CED
摘要
Komplementäre Therapieverfahren stellen eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen, d. h. „schulmedizinischen“ Therapie von CED dar, vor allem durch den Fokus auf Lebensstilmodifikation, Stressbewältigung und naturheilkundliche Ansätze. Berücksichtigt werden dabei auch sogenannte „unmet needs“ der Patienten, die durch eine rein pharmakologische therapeutische Zugangsweise nicht adäquat berücksichtigt werden. Wichtig sind eine evidenzbasierte Herangehensweise sowie die enge Zusammenarbeit zwischen konventioneller Medizin und komplementärer Medizin. Ein interdisziplinärer Ansatz bleibt der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung. Programme zur Lebensstilmodifikation verfolgen einen ganzheitlichen salutogenetischen Ansatz als Ergänzung zur Pharmakotherapie. Im Rahmen solcher Programme werden Betroffene an eine Kombination verschiedener Methoden herangeführt, wie z. B. Stressmanagement, Ernährungsberatung, körperliche Aktivitäten wie Walking, meditative Bewegungstherapien wie Yoga, kognitive Verhaltenselemente, Achtsamkeitsmethoden und naturheilkundliche Selbsthilfestrategien aus der Phytotherapie, Hydrotherapie, Wickel, Kompressen und Akupressur. Ziel ist es, einen eigenverantwortlichen und gesundheitsfördernden Lebensstil zu entwickeln und zu unterstützen und Selbstwirksamkeit und Selbstführsorge zu vertiefen, um das Krankheitsmanagement zu verbessern und im Idealfall den Verlauf der chronisch entzündlichen Darmerkrankung positiv zu beeinflussen. Ein offener und vertrauensvoller Dialog zwischen CED-Patient*innen und behandelnden Ärzt*innen über die Möglichkeiten, Grenzen und wissenschaftlichen Erkenntnisse komplementärer Therapieverfahren ist von zentraler Bedeutung. Nur so können realistische Erwartungen geschaffen und individuelle Therapieentscheidungen getroffen werden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, kontinuierliche Forschung und die aktive Einbindung von Patienten in Entscheidungsprozesse sind wesentliche Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung von CED-Patient*innen.