Triangulations of Reception: The Case of Spanish Translations of Epic in the 1550s
摘要
Das Kapitel untersucht die dynamische Wechselwirkung zwischen sprachlicher Hegemonie und kultureller Beeinflussung am Beispiel der frühneuzeitlichen spanischen Literatur, insbesondere im Kontext italienischer Einflüsse. Besonderes Augenmerk liegt auf der „doppelten Rezeption“ der klassischen Epik: Übersetzungen von Werken wie Ariosts Orlando Furioso, der Odyssee und der Aeneis sowie der neulateinischen Epen von Sannazaro und Vida greifen auf italienische Vorbilder wie die ottava rima zurück, um diese sowohl zu übernehmen als auch zu übertreffen. Diese ambivalente Haltung spiegelt sich in Paratexten und Vorworten wider, wo die Nutzung italienischer Metrik und Buchformate eine strategische Positionierung zwischen der eigenen kastilischen Tradition und den klassischen Epen verfolgt. Der Beitrag zeigt, wie durch diese Aneignung und Subversion italienischer Modelle der Anspruch Spaniens als kulturelle Führungsmacht im Rahmen der translatio imperii betont wird.