Der Fall Prof. Patricia J. Williams. Critical Race Theory als Hermeneutik zwischen Recht und Literatur
摘要
Im Forschungsfeld „Recht & Literatur“ wird immer wieder nach einer ‚gemeinsamen‘ Interpretationsmethode gesucht, die Rechts- und Literaturwissenschaften transdisziplinär verbindet. Dabei wird insbesondere im deutschen Kontext häufig „Critical Race Theory“ (CRT) als Paradigma übersehen, das seit den 1980er Jahren zumindest in der Rassismusforschung Fachgrenzen überbrückt. Deswegen zeichnet dieser Beitrag die Herausbildung von Critical Race Theory als transdisziplinäre Hermeneutik nach und fokussiert die prominente Rolle von Narrativen und deren didaktische Analyse im afro-amerikanischen Kontext. Zur Vertiefung und Illustration von CRT als Hermeneutik zwischen Recht und Literatur wird anschließend Patricia J. Williams Standardwerk The Alchemy of Race and Rights untersucht. Die Fallstudie beleuchtet insbesondere „legal storytelling“ als autoethnografische Praxis der Rechtsdeutung, die abstrakte Wirkungsweisen von rassifizierter Diskriminierung konkretisiert und überwinden will.