Vervielfältigung des Buchstabens und Progression zum Geist: die phänomenologische Dimension der Universalpoesie
摘要
Da ein einzelner ‚Buchstabe‘ durch seine Individualität begrenzt ist, muss sich das Produzieren solcher ‚Buchstaben‘ in vielfältigster Form ereignen, damit der ‚Geist‘ möglichst vollständig offenbar werden kann – dies herauszuarbeiten ist die Aufgabe von Schlegels ‚Phänomenologie‘, die sich grundsätzlich im Rahmen der Kantischen bzw. der Hegelschen Geschichtsphilosophie ansiedelt. Im Bereich der Poesie postuliert Schlegel, die so beschaffene ‚Phänomenologie‘ vor allem in Form von ‚Sympoesie‘ und Geschichtsschreibung zu gestalten; des weiteren sollte sich diese ‚Phänomenologie‘ auch auf andere, pragmatische Bereiche wie Religion und Politik erstrecken. Die Phänomenologie befindet sich nach Schlegel in ewiger ‚doppelter Progression‘ – einmal aufwärts, bis zum ‚Geist‘, und einmal nach unten, in Richtung von allerlei ‚Buchstaben‘, d. h. einzelnen historischen Ereignissen. So findet man sich stets in einer „Zwischenwelt der Bildung“.