Geist und Buchstabe: die Anfänge der romantischen Universalpoesie
摘要
Mit seiner Poetik polemisiert F. Schlegel vor allem gegen die europäische ‚Geisteskrankheit‘, näherhin das, was er die ‚Buchstabenkunst‘ nennt, die er im französischen Klassizismus zum einen, im englischen (literarischen) ‚Empirismus‘ zum anderen am Werke sieht – in beiden Fällen fehle es, so Schlegel, an dem echt ‚Geistigen‘ d. h. an etwas ‚Apriorischem‘. Dieser Ansatz basiert zunächst auf der Platonischen Vorstellung von einer idealen Welt bzw. von deren Unterschied zur realen Welt, ein Ansatz, der die Entwicklung der europäischen Philosophie bis in Schlegels Zeit (und darüber hinaus) bestimmt. Schlegels einigermaßen revolutionäre Idee besteht in der Vorstellung, diese beiden Welten zu vereinen, und zwar durch die Verschmelzung von ‚Geist‘ und ‚Buchstaben‘. Es ist diese Vorstellung, was die von ihm selbst so genannte ‚Geisteswissenschaft‘ begründet, welche wiederum Schlegels Konzept einer romantischen Universalpoesie zugrunde liegt.