Situationskategorisierungen über technisch-semiotische Dispositive im öffentlichen Raum
摘要
Öffentliche Räume sind gesellschaftlich nach verschiedenen Kriterien kategorisiert, z. B. nach der Zugänglichkeit oder nach den geforderten Verhaltensweisen. Die Kategorisierungen werden vor allem sprachlich vermittelt, sowohl mündlich als auch schriftlich. Schilderkommunikation im öffentlichen Raum ist ein komplexes Mittel, um das Verhalten der Benutzer ebendieses Raumes zu lenken. In der Schilderkommunikation verbinden sich materielle Elemente wie die Beschaffenheit der Schilder und ihre räumliche Anordnung mit sprachlichen, eventuell auch piktoralen Elementen, was mit dem Begriff des technisch-semiotischen Dispositivs erfasst wird. Ist das Zusammenspiel der materiellen und sprachlichen Komponenten konstitutiv für die Botschaften, so können die einzelnen Bestandteile dennoch je für sich und in ihrer Interaktion untersucht werden. Dies soll hier am Beispiel der deutschsprachigen Leinenpflichtschilder gezeigt werden. Durch diese Schilder werden bestimmte Soll-Situationen aufgerufen, welche sich als Konstellationen von Mitspielern und Prädikatsklassen beschreiben lassen. Die konkreten Versprachlichungen können in gewissem Maß variieren. Als technisch-semiotische Dispositive im öffentlichen Raum kategorisieren die Leinenpflichtschilder Situationen in verschiedenen Hinsichten: räumlich, situativ, illokutiv, diskursiv.