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Eugenik ist keine Wissenschaft

  • Ulrich Kattmann

摘要

Eugenik wurde ursprünglich als Erbgesundheitslehre verstanden. Sie hatte das Ziel die genetische Ausstattung der Bevölkerung zu verbessern. In Deutschland wurde Eugenik auch Rassenhygiene genannt. Darwinismus und Sozialdarwinismus haben mit der Betonung der Selektion und speziell, mit ihr die Bekämpfung von „Erbkrankheiten“ zu begründen eine Beziehung zur Eugenik. Eugenik und Rassismus entspringen zwei unterschiedlichen Traditionen, nämlich menschlicher Erblehre einerseits und Anthropologie mit Rassenkunde andererseits. Daher ist „Rassenhygiene“ (Eugenik) von Rassenkunde zu unterscheiden, mit der sie ursprünglich wenig zu tun hatte. Die vollständige Vereinigung von Rassenhygiene und Rassenkunde fand in der nationalsozialistischen Rassenideologie statt. Rassenhygiene und Rassenkunde waren zwei zusammentreffende Wege in den Nationalsozialismus. Eugenik ist nach heutigem Verständnis in der Humangenetik kein wissenschaftlich zu begründendes Vorhaben. Eugenischen Maßnahmen sind darüber hinaus (von seltenen Ausnahmen abgesehen) ineffektiv. Sie sind daher nicht geeignet, die Häufigkeit genetisch bedingter Krankheiten zu vermindern.