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Mit der Bibel Evolution lehren?

  • Ulrich Kattmann

摘要

Evolution und Schöpfung erscheinen in Wissenschaftstradition und lebensweltlichem Verständnis als Gegensatz, der auf der einen Seite Kreationismus und Intelligent Design als Auslegung mit „wissenschaftlichen“ Anspruch und auf der anderen Seite eine religiöse Deutung der Evolution hervorbringt. Ein solcher Bezug von Religion auf Naturwissenschaft oder umgekehrt ist abzulehnen. Religiöse Anschauungen sind unwiderlegbar und bleiben daher zwangsläufig für eine naturwissenschaftliche Behandlung unzugänglich. Ebensowenig kann eine religiöse Anschauung einen naturwissenschaftlichen Gültigkeitsanspruch erheben. Die unterrichtliche Auseinandersetzung mit Schöpfung und Evolution sollte darauf abzielen, die lebensweltliche Vermischung beider Ansätze, die bei Lernenden zu beobachten ist, in eine kategoriale Trennung beider Ansätze zu überführen. Eine kategoriale Trennung löst die scheinbaren Gegensätze auf, ermöglicht beide Ansätze sinnvoll aufeinander zu beziehen und in ein gemeinsames Handeln zu überführen. Beispielsweise kommt dem Menschen sowohl aus der Perspektive der Evolutionsbiologie als auch aus der der Schöpfungsgeschichte eine besondere Stellung zu. Der Mensch ist die einzige Art, die für ihr Verhalten verantwortlich ist. Daraus erwächst eine gleichsinnige Handlungsmaxime: In Verantwortung für den Bioplaneten Erde handeln zu können und handeln zu müssen.