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Fenster in die Vergangenheit: Fossilien und die Rekonstruktion evolutiver Transformationen

  • Sven Gemballa

摘要

Große evolutive Transformationen (z. B. fischartige Wirbeltiere zu Landwirbeltieren; reptilienartige Wirbeltiere zu Vögeln, huftierartige Säugetiere zu Walen) lassen sich allein anhand rezenter Arten kaum verstehen. Zwar lässt sich die biologische Funktion von Merkmalen bei rezenten Formen beschreiben, aber der eigentliche evolutive Wandlungsprozess zu diesen Merkmalen bleibt ungeklärt. Erst die Einbindung von Fossilien erlaubt es, diese großen Transformationen als adaptives Szenario auf einer guten Datenbasis zu rekonstruieren. Bei einer phylogenetischen Rekonstruktion erfolgt dies auf der Basis der hypothetisch-deduktiven Methode. In den resultierenden Stammbaumrekonstruktionen tauchen die fossilen Formen dabei als Stammgruppenvertreter auf. Dieses fachspezifische Vorgehen ist auch für den Unterricht nutzbar. Eine Analyse der in diesem Zusammenhang unterrichtlich üblichen plakativen Termini „Brückentiere“ und „Lebende Fossilien“ zeigt, dass diese fachwissenschaftlich nicht objektiv definierbar sind und im Unterricht eher Alltagsvorstellungen stärken als den Blick für fachlich angemessene Vorstellungen zu öffnen. Die Begriffe sollten daher im Unterricht nicht verwendet werden.