„Max Bense“: Formationen diskursiver Unruhe in der Nachkriegsära
摘要
Der Nachlass Max Benses im Deutschen Literaturarchiv in Marbach ist bis heute nahezu unerforscht. Während ein Großteil der darin enthaltenen Manuskripte publiziert sind, sind Vorträge und Reden sowie Korrespondenzen nahezu unveröffentlicht. Letztere waren für Bense in der Nachkriegszeit Wissensspeicher, in ihnen verhandelte er aktuelle Forschungs- und Gesellschaftsthemen, sie waren für ihn existenzbestimmend. In seinen Korrespondenzen zeigen sich Entwicklungen der literarischen, philosophischen und politischen Felder der Zeit. Gleichzeitig befasste er sich erkenntnistheoretisch mit Briefen. Sein Gelehrtenprofil bildete sich aus einem „Doppelleben“ nach Gottfried Benn hin zu einem „Doppelagenten“, als der er seine Philosophie aus Kunst und Wissenschaft, der Mathematik, Natur- und Geisteswissenschaften gleichzeitig entwickelte. Er rezipierte die immer neuesten Entwicklungen aus Literatur und Technik und strebte danach, für diese zeitgleich den theoretischen Unterbau zu schaffen.