Bertolt Brechts Trommeln in der Nacht und Ernst Tollers Hinkemann. Zwei dramatische Versuchsanordnungen über Kriegsheimkehrer
摘要
Bertolt Brechts Trommeln in der Nacht. Komödie (1919, Uraufführung 1922) und Ernst Tollers Hinkemann. Eine Tragödie in drei Akten (Druck/Uraufführung 1923) sind generisch entgegengesetzte Dramen, die ihre Protagonisten unterschiedlichen Heimkehrsituationen aussetzen: Tollers Protagonist Hinkemann kommt ‚entmannt‘ aus dem Krieg zu seiner Ehefrau zurück und scheitert an der Unvereinbarkeit von männlicher Identität und sexueller Versehrung, während Brechts Komödienheld seine ehemalige, vom daheimgebliebenen Nebenbuhler schwangere Verlobte am Ende umstandslos mit nach Hause nimmt. Gelingen beziehungsweise Misslingen der Heimkehr hängt in beiden Dramen nicht zuletzt von der (Un-)Versehrtheit des männlichen ‚Kriegskörpers‘ ab. Tollers und Brechts Stücke miteinander zu vergleichen, liegt auch insofern nahe, als sie bei denkbar verschiedenen Schlussgebungen in der Ablehnung politisch-religiöser Erlösungsideen beziehungsweise Ideologien übereinkommen.