„… dass bei Arbeit zu Zweien nie reine Dichtung entsteht“. Kollaboratives Schreiben bei Ernst Toller und Bertolt Brecht als (Miss-)Erfolg
摘要
Der Beitrag setzt sich mit den verschiedenen Formen der literarischen Zusammenarbeit im Werk Ernst Tollers auseinander und vergleicht sie mit jenen Bertolt Brechts. Während die kollaborative Schreibpraxis Brechts schon ausgiebig erforscht ist, standen die gemeinsam mit anderen entstandenen Werke Tollers bislang weniger im Fokus, was unter anderem daran liegt, dass sie zu den weniger erfolgreichen Stücken Tollers zählen, während Brecht die Kollaboration zum Grundprinzip erhob und auch die in Zusammenarbeit mit anderen entstandenen Stücke stark zu seiner Kanonisierung beitrugen. Um mögliche Gründe dafür zu eruieren, geht der Beitrag vor allem anhand zweier Autor*innen, die mit beiden zusammenarbeiteten, Elisabeth Hauptmann und Hermann Borchardt, den Fragen nach, welche Formen der literarischen Zusammenarbeit sich im Werk Tollers ermitteln lassen, welchen Stellenwert Kooperationen für seine Textproduktion hatten, wie die entsprechenden Texte rezipiert wurden und welche die daraus resultierenden Konsequenzen für die Wahrnehmung der Autorschaft Tollers waren.