Das Politische im Allegorischen. Ernst Tollers Das Schwalbenbuch (1924) und Bertolt Brechts Hauspostille (1927)
摘要
Die Rolle des kritischen Intellektuellen, operierend vom scheinbar unpolitischen Terrain der Kunst und hinübergreifend ins Feld der Politik, hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts gewandelt. Doch bereits seit Entstehung der modernen bürgerlichen Gesellschaft im 18. Jahrhundert gibt es zahlreiche Autorinnen und Autoren, die mit ihren literarischen Texten politische Agenden verfolgen und die zum Kanon der Literatur gehören; man denke nur an Friedrich Schiller oder Heinrich Heine. So ist es daher interessant zu beobachten, wie zwei der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller der Weimarer Republik lyrische Formen symbolisch und allegorisch aufladen, um eine politische Agenda mit Hilfe eines ästhetischen Programms wirksam werden zu lassen. Es soll gezeigt werden, inwiefern beide, Brecht und Toller, ähnliche Konzepte verfolgen, aber unterschiedliche Verfahrensweisen wählen, die mit den Begriffen Ironie einerseits und Pathos andererseits bezeichnet werden können.