Realistisches Haushalten. Theodor Storm
摘要
Dass die politische Utopielosigkeit, in die Fontanes Wirkungspoetik am Ende ausläuft, auch mit Verunsicherungen durch einen ökonomischen Wandel im 19. Jahrhundert zu tun hat, lässt sich in ähnlicher Weise an den Erzählungen Theodor Storms beobachten (Zum Zusammenhang von literarischem Realismus und ökonomischer Theorie vgl. grundlegend Christian Rakow: Die Ökonomien des Realismus. Kulturpoetische Untersuchungen zur Literatur und Volkswirtschafslehre 1850–1900. Berlin/Boston 2013. »Konkrete Bezüge zu einzelnen Wirtschaftstexten lassen sich« zwar, wie Rakow bemerkt, »kaum ausmachen; eine breite lexikalische Aneignung ökonomischer Theoreme bleibt […] aus« (ebd., 5). Neben der Vergleichbarkeit von realistischer Literatur und ›realistischer‹ (nicht ›abstrakter‹, klassischer) Nationalökonomie aufgrund ähnlicher Beschreibungsverfahren, der Rakow nachgeht (vgl. ebd. 6), entwerfen die literarischen Texte jedoch auch in diesem Fall selbst Modelle realistischen Wirtschaftens sowie eine Ökonomie des Literarischen, die hier im Fokus stehen.