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Küstennahe Geestgebiete

  • Steffen Wolters,
  • Felix Bittmann,
  • Walter Dörfler,
  • Karl-Ernst Behre

摘要

Die Geestgebiete umfassen die Altmoränengebiete Nordwestdeutschlands nördlich der Mittelgebirge. Sie gliedern sich grob in die küstennahen Regionen der Schleswig-Holsteinischen Geest, der Stader Geest und der Ostfriesisch-Oldenburgischen Geest (Abb. 57.1) und die sich südlich anschließenden küstenfernen Altmoränenlandschaften (s. Kap.  56 und 59 ). Während der Weichselkaltzeit waren die Geestgebiete nicht von Gletschern bedeckt und erhielten somit kein frisches, kalkreiches Moränenmaterial. Letztmalig bedeckten die Gletscher der Saalevereisung die Region, deren Moränenmaterial tiefgründig entkalkt ist. Verwitterungsprozesse führten somit seit mindestens 130.000 Jahren – nach dem Rückzug der saalezeitlichen Gletscher – zur Einebnung der Landschaft und Bildung saurer Sandböden, die die Geestgebiete prägen. Darauf weist die von dem niederdeutschen Wort „gest“ oder „güst“ für „trocken und unfruchtbar“ abgeleitete Bezeichnung hin (Behre 2008). Gegen Ende der letzten Kaltzeit, bei noch weitgehendem Fehlen einer geschlossenen Vegetationsdecke, wurden große Mengen von Sand zu Dünen und Flugsanddecken aufgeweht. Im Verlauf des Holozäns entstanden aus diesen Rohböden zunächst Ranker, später Parabraunerden und bei fortschreitender Versauerung Podsole (Abb. 57.2). In den Niederungen dominieren Gley und Pseudogley, vielfach haben sich Nieder- und Hochmoore gebildet. Die Geest setzt sich prinzipiell noch weit in den Bereich der heutigen Nordsee fort; dort wurde sie allerdings infolge des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs von den „jungen“ Marschsedimenten sukzessive überdeckt (s. Kap.  58 ).