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Almwirtschaft

  • Klaus Oeggl

摘要

Die Almen der subalpinen und alpinen Stufe stellen einen besonderen Teil der Kulturlandschaft in den Alpen dar (Abb. 18.1 und 18.2). Allgemein steht der Begriff „Alm“ für Bergweiden samt Infrastruktur, und unter Almwirtschaft oder Hochweidewirtschaft wird der saisonale Auftrieb, die Sömmerung von Groß- und Kleinvieh auf meist oberhalb der alpinen Waldgrenze gelegenes Grasland verstanden. Der Anfang dieser Viehwirtschaft wurde mit dem Fund der neolithischen Gletschermumie „Ötzi“ in den Ötztaler Alpen in Zusammenhang gebracht. Die Ausbreitung von Weidezeigern in Pollendiagrammen aus der Umgebung der Fundstelle wurden als Anzeichen einer frühen Hochweidewirtschaft schon tausend Jahre vor Lebzeiten der Gletschermumie gedeutet (Bortenschlager 2000). Weder archäologische Befunde (Spindler 1993) noch die Rekonstruktion der Äsung aus dem Dung von Ziegenartigen von der Fundstelle bestätigen jedoch einen neolithischen Weidegang in diesen Hochlagen. Das lässt starke Zweifel an einer derartig frühen Ausübung einer Hochweidewirtschaft im Alpenraum aufkommen. Zudem fiele der Beginn dieser frühen Weidewirtschaft mit einer ungünstigen Klimaphase zusammen.