Bodenseegebiet/Ehemaliger Rheingletscher nördlich des Bodensees
摘要
Die alpine Vorlandvergletscherung in Südwestdeutschland, der ehemalige Rheingletscher, erstreckte sich vom Alpenrand südlich von Bregenz bis zur Donau im Norden, im Westen bis zum Rheinfall und im Osten bis zur Wasserscheide Argen/Iller, an die das Gebiet des Illergletschers anschließt (Abb. 10.1). Auch das Ostschweizer Mittelland südlich des Bodensees gehört zum Rheingletschergebiet, bleibt hier jedoch unberücksichtigt. Südlich der risszeitlich gebildeten Altmoräne, die stellenweise die Donau überschreitet, schließt das würmzeitlich geformte Jungmoränen-Hügelland an. Die Jungmoräne strahlt vom Bodensee nach Norden aus. Dort wird sie durch die äußere Jung-Endmoräne von der Altmoräne abgegrenzt. Die Grenze verläuft von Südwest nach Nordost, vom Raum nördlich Stockachs über Pfullendorf, das Pfrunger Ried, Saulgau, Bad Buchau, Bad Wurzach nach Memmingen. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Jungmoräne steigt von 15 km im Westen auf knapp 60 km auf der Linie Lindau – Bad Buchau und wird nach Osten wieder schmäler. Die Altmoräne ist 20–30 km breit und bildet einen Landstreifen entlang der Donau, der vom riss-, aber nicht mehr vom würmzeitlichen Gletscher erreicht wurde. Der tiefstgelegene Teil des Rheingletschergebietes ist das Bodenseebecken mit Höhenlagen unter 500 m NN. Der Pegel des Bodensees liegt bei ca. 395 m. Das Gebiet ist bis auf den Hegau und das Altmoränengebiet mit zahlreichen kleinen Seen und Mooren durchsetzt, die teilweise ebenfalls aus Seen hervorgegangen sind, und liegt meist zwischen 500 und 700 m NN. Einzelne Erhebungen wie Gehrenberg und Höchsten übersteigen 800 m. Das Gebiet wird teilweise nach Süden über den Bodensee in den Rhein entwässert, der nördliche Teil nach Norden in die Donau. Diese europäische Hauptwasserscheide entspricht ungefähr dem Verlauf der Jung-Endmoräne. Die wichtigsten nördlichen Bodenseezuflüsse sind von Ost nach West Argen, Schussen sowie Seefelder, Stockacher und Radolfzeller Aach. Letztere wird vor allem mit Donauwasser aus der Versickerung bei Immendingen gespeist, das in der Aachquelle zutage tritt. Nördlich der Hauptwasserscheide sind die wichtigsten Donauzuflüsse von Ost nach West Iller, Rot, Riss, Kanzach und Ablach. Größtes Stillgewässer ist der Bodensee, im Volksmund auch Schwäbisches Meer genannt, bestehend aus dem Obersee mit dem Überlinger See und dem über die Fließstrecke Seerhein verbundenen Untersee. Mit 63 km Länge, 14 km maximaler Breite und 536 km2 Gesamtfläche bei 252 m maximaler Tiefe gehört der Bodensee mit dem Plattensee und dem Genfer See zu den größten europäischen Seen.