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„In der Falle der Kameradschaft“: Sebastian Haffners Geschichte eines Deutschen

  • Janina Meissner

摘要

Als Haffners Geschichte eines Deutschen im Jahr 2000 bei der Deutschen Verlags-Anstalt erschien, fand der Text nicht nur ein nachträgliches Publikum, sondern auch geographisch zunächst eine ganz andere Leserschaft, als Haffner sie vor Augen hatte, als er 1939, im Alter von 31 Jahren, an dem Text arbeitete: „Ich habe dieses Buch für die Engländer der damaligen Zeit geschrieben; für das heutige deutsche Publikum ist es nicht gedacht,“ so blickt Haffner in einem Interview von 1989 auf seine Geschichte eines Deutschen zurück, die zu dem Zeitpunkt noch unveröffentlicht in einer Schreibtischschublade lag. Haffners testimoniale Autobiographie adressiert ein zeitgenössisches Publikum in seinem Exilland Großbritannien, welches er darüber aufklären wollte, wie die Nazis in Deutschland an die Macht kommen konnten, ohne dabei auf großen Widerstand zu stoßen. Mit dem Kriegsausbruch veränderte sich jedoch die politische Lage und damit auch Haffners Taktik: er legte seine „politische Autobiographie“ zur Seite, weil ihm seine Herangehensweise nicht mehr aktuell genug erschien. Stattdessen wollte er nun, „etwas schreiben, was für den Krieg nützlich und wichtig ist“ und, wie sein Verleger Fredric Warburg in seinen Memoiren festhält, „less private and more directly political“.