Take-aways
摘要
Kreativität mag noch in Abgrenzung zur Intelligenz und anderen mentalen Leistungen als Persönlichkeitsmerkmal oder Konstrukt zu beschreiben und zu definieren sein, erhebliche Schwierigkeiten treten aber bei der Kreativitätsdiagnostik auf, wenn es darum geht, unter kontrollierten Bedingungen zu aussagefähigen Entscheidungen über das Kreativitätspotenzial zu kommen. Statt ausgefeilter Kreativitätstests unter standardisierten Bedingungen würden sich als Alternative zur Kreativitätsdiagnostik Szenarien an offenen Problemen anbieten, für die es allerdings angemessene Raster mit einer abgestuften Skala als Beurteilungssystem geben müsste, die die möglichen kreativen Reaktionen größtenteils bereits enthalten und als Vergleichsmaßstab vorwegnehmen. Zusätzlich wäre zu empfehlen, sich nicht ausschließlich für die Kreativität als Persönlichkeitsvariable zu interessieren, sondern im Rahmen einer „indirekten Kreativitätsdiagnostik“ Kreativität zusammen mit anderen damit korrespondierenden Persönlichkeitsmerkmalen zu erheben und ein Merkmalsprofil zu erstellen. In diesem Zusammenhang sollte nicht übersehen werden, dass Kreativität nicht in einem „luftleeren Raum“ gedeiht, sondern neben einer intellektuellen Grundausstattung oder entsprechendem Rüstzeug immer auf ein Vorwissen angewiesen ist und darauf aufbaut. Hilfreich könnte auch eine „Negativdiagnostik“ sein, d. h., diejenigen Merkmale zu untersuchen, die nachweislich kreatives Verhalten verhindern oder blockieren, wie z. B. Vorurteile oder Stereotype.