Von Moränen und Mooren
摘要
Im heutigen Landschaftsbild sind die Wirkungen der geo(morpho)logischen Überformungen im Allgemeinen umso besser nachzuvollziehen, je weniger weit sie zurückliegen. Das gilt insbesondere für die Wirkungen und Hinterlassenschaften des noch nicht allzu lange vergangenen und erst vor rund 12.000 Jahren zu Ende gegangenen Eiszeitalters: Während der letzten rund 2 Mio. Jahre (und damit im größten Teil des Pleistozäns) sind große Teile Mitteleuropas in mehreren Phasen von den Vergletscherungen der verschiedenen Eiszeiten (Glaziale) überfahren und damit in ihrem Erscheinungsbild nachhaltig überprägt worden. Zwei mitteleuropäische Großlandschaften tragen bis heute unverkennbar die spezifischen Signaturen dieser nachhaltig massiven Gletscherwirkungen – einerseits das Voralpenland zwischen dem markanten Alpennordrand und dem Lauf der Donau, die sich eng an die Mittelgebirgs-Schichtstufenschwelle von Schwäbischer Alb, Fränkischer Alb und Bayerischem Wald hält, und andererseits das deutlich ausgedehntere Nord(west)deutsche Tiefland, das sich an die Nordflanke des rund 400 km breiten Mittelgebirgsgürtels anschließt und bis zu den Küstengestaden reicht. Während sich das schwäbisch-bayerische Voralpenland auf einer Höhe von durchweg deutlich über 350 m ü. NHN (Normalhöhenull) und mehr erstreckt, ist das nördliche Tiefland dem Meeresniveau des heutigen Nordsee- bzw. Ostsee-Meeresspiegels erheblich näher und liegt daher meist auf weniger als 100 m ü. NHN. Das Gesamtgebiet der Mittelgebirge blieb während aller Teilphasen der zurückliegenden Kaltzeiten (Glaziale) – mit wenigen Ausnahmen (beispielsweise Schwarzwald) – immer unvergletschert und trug während dieser Phasen weithin eine typische Zwergstrauchtundra, wie man sie heute im nördlichen Skandinavien (Lappland) erleben kann.