Vitamin D und Gesundheit: Historische Betrachtungen und aktuelle Studienlage
摘要
Um die Bedeutung von Vitamin D für unsere Gesundheit zu verstehen, ist eine historische Betrachtung nützlich. Auffällige Parallelen finden sich bei der Erforschung der Knochenerkrankung Rachitis und Jahrhunderte später von Krebserkrankungen. Bei beiden Erkrankungsarten wurden zur Bedeutung von Sonne und Vitamin D aufgrund sorgfältiger klinischer Beobachtungen zunächst Hypothesen aufgestellt, die von der Wissenschaft zuerst kritisiert und abgelehnt, später aber eindrucksvoll bestätigt wurden. Ein Beispiel hierfür ist eine oft als „Vitamin D-Krebs-Hypothese“ bezeichnete Annahme, die von den amerikanischen Epidemiologen Cedric F. Garland, Frank C. Garland und Edward D. Gorham in den frühen 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts aufgestellt wurde. Diese postuliert, dass für die in sonnenärmeren Regionen höherer Breitengrade nachgewiesenen hohen Sterblichkeitsraten an Darm-, Brust- und Eierstockkrebs der als Folge von geringer UV-B-Einstrahlung vorherrschende Vitamin-D-Mangel verantwortlich sei. Aktuelle Studienergebnisse stützen nicht nur überzeugend diese Hypothese. Sie belegen auch eindrucksvoll die große Bedeutung des Vitamin-D-Mangels als Risikofaktor für ein häufiges Auftreten und einen ungünstigen klinischen Verlauf von zahlreichen anderen Erkrankungen, darunter Infektions-, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen.