Kopf- oder Gesichtsschmerz zurückzuführen auf Erkrankungen des Schädels sowie von Hals, Augen, Ohren, Nase, Nebenhöhlen, Zähnen, Mund oder anderen Gesichts- oder Schädelstrukturen
摘要
Kopfschmerzen können als Symptom von Erkrankungen im Bereich des Schädels und des Halses auftreten. Es handelt sich damit um symptomatische oder sekundäre Kopfschmerzen, die zum Teil einer ursächlichen Therapie zugänglich sind. Die ICHD-3 hat eine Reihe von Erkrankungen im Bereich des Schädels und Halses als Ursache von Kopfschmerzen aufgenommen. Für diese Erkrankungen werden diagnostische Kriterien aufgeführt, die die spezielle Diagnose im Einzelfall erlauben. Für die Akzeptanz eines Krankheitsbildes als Ursache von Kopfschmerzen bedarf es eines anatomischen Korrelats und eines zwingenden pathophysiologischen Modells, das die Schmerzprojektion erklärt. Erkrankungen des Schädels sind in der Regel nur dann Ursache von Kopfschmerzen, wenn sie ein aggressives, osteoplastisches Wachstum oder eine entzündliche Komponente aufweisen und das dicht mit Nocizeptoren versorgte Periost miteinbeziehen (z. B. Osteomyelitis, Plasmozytom). Reizung der sensiblen Nervenwurzel C2 bzw. des N. okzipitalis major können zu Schmerzen im Hinterkopf führen. Darüber hinaus scheinen anatomische Verbindungen zwischen den spinalen Kerngebieten des N. trigeminus und den oberen Zervikalsegmenten für Schmerzprojektionen nach frontal verantwortlich zu sein. Während tumoröse und entzündliche Erkrankungen des kraniovertebralen Überganges (z. B. rheumatoide Arthritis, M. Bechterew) sowie kraniozervikale Dystonien Ursachen von Kopfschmerzen sein können, werden degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule im Sinne einer Spondylose oder Osteochondrose bzw. Erkrankungen der zervikalen Bandscheiben, die in aller Regel mittlere und untere Abschnitte der Halswirbelsäule betreffen, als Ursache von Kopfschmerzen nicht allgemein erkannt. In diesem Kapitel werden die Klinik und die pathophysiologischen Grundlagen dieser Kopfschmerzformen beschrieben. Es werden die zeitgemäße Akuttherapie sowie die vorbeugende Behandlung erörtert. Berücksichtigt werden dabei aktuelle Leitlinien und die neueste wissenschaftliche Literatur. Die Ausführungen sind auf die Anwendung in der Praxis ausgerichtet.