„Er hat den Tod verdient.“ Rache und Vergeltungshandeln in Computerspielen
摘要
Der Beitrag untersucht populäre digitale Spiele wie Assassin’s Creed und Far Cry, die eine Story besitzen, in der Rache- und Vergeltungsmotive eine Rolle spielen. Begrifflich wird unter Rückgriff auf eine theologische Diskussion der Motive im Alten Testament (blinde) Rache von (gerechter) Vergeltung unterschieden. In Computerspielen werden Rachemotive in dreifacher Weise eingesetzt: linear, wenn Rache unreflektiertes Motiv für die Ausübung von Spielgewalt ist, ambivalent, wenn sie teils als Handlungsmotiv eingesetzt, teils hinterfragt wird und kritisch, wenn Rache klar verurteilt wird. Die narrative Rechtfertigung von Spielgewalt geschieht dabei häufig über z. B. historische Rahmenbedingungen. Selbst der unkritische Einsatz von Rachemotiven muss aber nicht als Gefahr schädlicher Prägung verstanden werden. Er entspringt nicht nur spielmechanischer Notwendigkeit, sondern kann in positiver Weise die ethische Reflexion der Spielenden auf unterschiedliche Begründungen von Gewalt anregen.